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09.10.2004

Nichts auf der Welt ist uns sicher. Deine eigene Frau mag Dich verlassen, Deine
Kinder mögen sich als undankbar erweisen, trotz aller Opfer, die Du für sie
gebracht hast. Deine besten Freunde, denen Du jahrelang vertraut hast, können
Dich eines Tages betrügen. Du magst Dein Vermögen verlieren. Dein Ruf, Deine
Ehre können in ein Nichts zerrinnen. Diejenigen, die am meisten vor Dir in die
Knie gesunken sind, werden vielleicht die ersten Steine nach Dir werfen, wenn
sie Dich nicht mehr brauchen.
Der einzige, absolute uneigennützige Freund, den der Mensch in dieser
selbstsüchtigen Welt hat, ist sein Hund. In der ärmsten Hütte ist er genau so
glücklich wie im größten Palast; bei Dir will er sein. Der einzige, der Dich
nicht betrügt. Wenn Du ein Bettler bist, bewacht und verehrt er Dich, als wärest
Du ein Prinz. Wenn Du von Haus und Hof vertrieben wirst, wenn sie alle, alle
Dich verlassen; Dein Hund verlässt Dich nicht. Hast Du kein Obdach mehr und
musst im Freien schlafen, will er keine andere Belohnung, als bei Dir zu sein.
Auch wenn Du verhungern müsstest, bliebe er Dir treu. Er hungert mit Dir und
küsst und leckt die leere Hand, die ihm kein Futter reichen kann. Solltest Du
plötzlich tot umfallen, er weicht nicht von Dir. Er muss eher erschossen werden,
als dass er Dich im Stich ließe. Bist Du dann in der kühlen Erde, und er kennt
die Stelle, dort an Deinem Grab findet man ihn. Er scharrt, als wolle er Dich
wieder ausgraben. Er legt seinen Kopf zwischen seine Pfoten und trauert um Dich,
- er - Dein bester Freund, Dein Hund
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